Die Scrapbooking "Szene" ist wirklich ein sonderbarer Haufen. An der Oberfläche ist alles happy und wir haben uns ja sooooo lieb. Auch die Layouts sind immer sowas von voll mit guter Laune, dass man meinen möchte man lebt in Stepford und manchen scheint die Sonne so aus dem A****, dass man denkt, man ist nur mehr von Engerln umgeben.
Unter der Oberfläche brodelts aber. Von Intrigen und bösem Mobbing ist mancherorts die Rede... pfui... Naja es ist ein Haufen Weiber und man weiß ja wie Frauen sind oder? Im Übrigen weiß ich, dass Männer ganz genauso sein können - oder schlimmer.
Ich habe selber schon Bekanntschaft gemacht mit intriganten Menschen, die denken, wenn sie den einen abmontieren, dass ihre eigenen Sachen dann hübscher erscheinen oder sie irgendwie wichtiger in der Welt werden. Bis auf den Umstand, dass allen Beteiligten weh getan wurde und sich besagte Person durch ihre Defizite selbst ins Aus geschossen hat, hats nix gebracht.
Momentan fallen mir wieder zwei Gruppen von Menschen ins Auge, die ich schon in der Schule nicht ausgehalten habe. Da sind zum einen die, die selber eigentlich keine Ideen haben und nix auf die Reihe bringen - die hängen sich dann an andere - erfolgreiche - Menschen an oder kopieren deren Ideen eine nach der anderen und glauben dann selber Erfolg zu haben. In Ausnahmefällen gelingt ihnen das sogar. Das mit dem Erfolg. Weil sie halt viele kennen mit Sonne im A****, die entweder nicht sehen dass alles nur geklaut ist, oder denen das egal ist.
Oh und wenn wir grad beim Klauen von Ideen sind. Ich finde es ja auch spannend zu sehen wie nicht nur Einzelpersonen sondern auch ganze Unternehmen bei anderen abschauen - große Hersteller haben entweder Spione da draußen oder allen fällt zur gleichen Zeit das selbe Design ein. Auch ein spannendes Phänomen, das ich gar nicht allzu weit weg beobachtet habe: Da tümpelt etwas jahrelang dahin und ist halt einfach da. Nicht besonders aufregend, aber es ist da. Plötzlich kommt von anderer Seite frischer Wind - erst denken alle an ein schwaches Lüftchen, das gleich wieder verschwinden wird. Aber der Wind entwickelt sich zu einer Konstante und das Getümpel muss handeln. Aber was macht man? Nicht etwa sich etwas Neues einfallen lassen - nein das Getümpel schreibt beim Wind ganz ungeniert ab. Formal und inhaltlich, manchmal verstohlen und hinten rum und manchmal kopiert man beinahe 1 zu 1. Aber wie war das nochmal? Wir haben uns ja alle lieb und drum lächeln die, die es bemerken einfach.
Die zweite Gruppe sind die voller echter oder gespielter Unsicherheit, die ständig die Bestätigung der anderen suchen. In der Schule hasste ich das Geraunze vor und nach der Schularbeit: "Ich hab nix glernt." (wenn man weiß dass die Person seit Wochen nix anderes getan hat als zu lernen) oder "Das wird sicher ein Fleck" - hoffend dass man auf sie einredet wie auf einen kranken Hund, dass eh alles gut gehen wird. Am Ende habens eh einen Einser geschrieben. Jedes Mal.
Dann schreibt jemand, die seit Jahren wie eine Göttin stempelt unter ihre Werke: "Ich hoffe sie gefallen euch ein bisschen?" Wissend, dass die anderen vor dem Monitor knien und weiß ich was dafür geben würden so colorieren zu können.
Und so funktionierts im Scrapbooking wie in der Musikindustrie wenn ein neues Album rauskommt. Man macht ein bissl an Wind, droht das Scrappen an den Nagel zu hängen und nur mehr tibetische Bergziegen hüten zu wollen, schaut wie viel Zuspruch man bekommt und schon kann man wieder was verkaufen. Oder man weiß nicht was man verkaufen soll und fragt sicherheitshalber mal vorher was man denn verkaufen könnte.
Mich kotzt das ganze Getue, das Getuschel, die Lagerbildung und der Gruppenzwang schon so an. Ich wünsche mir das alte Scrapbooking zurück als wir - zumindest hier in Österreich - uns wirklich noch alle lieb gehabt haben. Wo es darum ging auch zu geben und nicht nur zu nehmen, wo man seine Sachen noch gerne hergezeigt hat und dafür auch einen lieben Kommentar bekommen hat, der ehrlich gemeint war. Wo nicht nur bei dem kommentiert wurde, der auch bei einem selbst kommentiert hat oder mit dem man befreundet ist. Wo man noch auf Workshops und Crops gegangen ist, weils ein Spaß war und weil man was lernen wollte - nicht weil man hingehen "muss", weil man zu einer Gruppe gehört und alle Fremden zumindest emotional ausgeschlossen werden. Wo man Tipps noch gerne weitergegeben hat und jeder etwas zur Gemeinschaft beigetragen hat.
Aber wie das halt so ist mit der guten alten Zeit, gell?
Das musste jetzt mal raus.
Morgen bin ich wieder lieb - versprochen.
XOXO Sandy